29.11.2016

Baubeginn des 3 bis 4-gleisigen Ausbaus der Bahnstrecke von Troisdorf bis Bonn-Oberkassel

Feierlicher erster Spatenstich in Bonn-Vilich / Planmäßiger Baubeginn erfolgt / Investitionen von 500 Millionen Euro für die Infrastruktur in der Metropolregion Köln/Bonn


Köln, 29. November 2016. Heute erfolgte der feierliche Baubeginn des 500 Millionen-Projektes, der 3 bis 4-gleisige Ausbau zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel, in Bonn-Vilich. Bonn-Vilich ist der zentrale Punkt der Ausbaumaßnahme als zukünftiger Verknüpfungshaltepunkt zwischen der Stadtbahnlinie 66 und der S13. Michael Groschek, Verkehrsminister des Landes NRW, setzte aus diesem Anlass im Beisein von Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in NRW,  Dr. Hermann-Josef Tebroke, Verbandsvorsteher des Nahverkehr Rheinland, Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, und Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, feierlich zum ersten Mal das Großbohrgerät in Gang, welches die Fundamente für den neuen Haltepunkt Bonn-Vilich erstellt.

Nachdem im Dezember 2014 das Land NRW, die Deutsche Bahn und der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag geschlossen haben, konnte jetzt planmäßig mit den Bauarbeiten begonnen werden.

S13 Troisdorf – Bonn-Oberkassel: das Projekt im Überblick
Mit dem rund 13 Kilometer langen 3 bis 4-gleisigen Ausbau von Troisdorf nach Bonn-Oberkassel sollen in Zukunft auch die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis über das S-Bahn-Netz mit dem Flughafen Köln/Bonn verbunden werden. Die neue Strecke wird zu einer wesentlichen Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs auf der Schiene beitragen und die Region Bonn an das S-Bahn-Netz des Ballungsgebietes Köln anbinden.

Der Ausbau wird von Lärmschutzmaßnahmen über den gesamten Streckenverlauf flankiert. Die Anlieger der stark frequentierten rechtsrheinischen Bahnstrecke erhalten damit einen modernen Lärmschutz nach Lärmvorsorgekriterien. Insgesamt werden 15,5 km Lärmschutzwände gebaut. Auch die Brücke, auf der die Bahn die Sieg überquert, wird lärmschutztechnisch saniert. Die Haltepunkte werden barrierefrei ausgebaut und die Bahnsteighöhen angeglichen. Im Bereich des Haltepunktes Bonn-Vilich wird die S-Bahn-Strecke für die Umsteigemöglichkeit zur Stadtbahnlinie 66 auf einer Länge von rund 1.000 Metern um bis zu eineinhalb Meter abgesenkt.

Die Finanzierung eines Großteils der Maßnahme erfolgt aus dem Nahverkehrsanteil der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und DB (LuFV, Anlage 8.7). Von den vertragsmäßigen Gesamtkosten in Höhe von rund 502 Millionen Euro entfallen rund 461,7 Millionen Euro auf die DB Netz AG, rund 40,2 Millionen Euro auf die DB Station & Service AG und 261.000 Euro auf die DB Energie GmbH. Das Land NRW beteiligt sich an diesen Kosten und zahlt 47,5 Millionen Euro.

Aktueller Stand des Projektes und die nächsten Schritte
Mit den vorbereitenden Bauarbeiten wurde im September begonnen. Zum einen wurden neue Kabelwege gebaut, um die Vielzahl von Signal- und Kommunikationskabeln so umzulegen, dass die benötigte Trasse für den Ausbau frei ist. Aus diesem Grund wurde ab Oktober auch mit den ersten Baumfäll- und Rodungsarbeiten entlang der Strecke begonnen. Am zukünftigen Haltepunkt in Bonn-Vilich, dem Ort des feierlichen Spatenstichs, haben die Erdbauarbeiten für die Gründung einer Behelfsbrücke begonnen. Über diese Brücke wird ab Anfang 2018 bauzeitlich der Verkehr der B56 geführt, während die eigentliche Brücke neu gebaut wird. Anschließend wird der Verkehr der Stadtbahnlinie, voraussichtlich ab 2021 über diese Brücke geführt und die Stadtbahnbrücke samt Haltestelle neu gebaut werden.

Ab Sommer 2017 beginnen zudem die ersten Brückenbauarbeiten zwischen Troisdorf und Menden. So wird die Straßenüberführung „Mendener Straße“ neu gebaut und eine zusätzliche Querung über die Sieg hergestellt.

Es ist eine Bauzeit von zwölf Jahren geplant. Die Zwischeninbetriebnahme bis Bonn-Beuel erfolgt nach zehn Jahren. Die lange Bauzeit liegt unter anderem darin begründet, dass „unter dem rollenden Rad“ gebaut wird, was wiederum viele unterschiedliche Baustelleneinrichtungen und Bauphasen erforderlich macht.

Die DB bittet schon jetzt die Anwohner und Reisenden um Verständnis für die entstehenden Beeinträchtigungen während der Bauzeit und wird rechtzeitig hierüber informieren.

ZITATE:

  • Michael Groschek, Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen: „Der heutige Spatenstich ist für alle Bahnkunden in der Region eine gute Nachricht: Durch den Ausbau der Bahnstrecke Troisdorf – Bonn-Oberkassel wird das starkgenutzte rechtsrheinische Schienennetz im Bonner Raum deutlich entlastet. Dadurch wird der Bahnverkehr im Bereich des Knoten Kölns künftig weniger störanfällig und die Pünktlichkeit der Züge wird deutlich erhöht. Und nicht zuletzt bekommen die Menschen entlang der Strecke den dringend benötigten Lärmschutz.“

  • Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der DB für Nordrhein-Westfalen:  „Die Stärkung der Infrastruktur ist uns gerade auch für den Nahverkehr in der Metropolregion Köln-Bonn  ein wichtiges Anliegen. Deshalb ist es ein sehr gutes Zeichen, dass wir heute mit dem Ausbau der S13 starten konnten. Davon werden die Fahrgäste ebenso profitieren wie die Anwohner, die modernen Lärmschutz an der Strecke erhalten. Bis dahin bitten wir beide um Verständnis für die Unannehmlichkeiten, die während der Bauzeit nicht zu vermeiden sind."

  • Dr. Hermann-Josef Tebroke, Verbandsvorsteher des Nahverkehr Rheinland: „Ich freue mich, dass diese infrastrukturelle Lücke nun geschlossen wird. Der Ausbau der S-Bahn Linie 13 macht die Schiene für Kreis und Region noch attraktiver. Davon werden viele Menschen in unserer Region und darüber hinaus profitieren. Mit dieser Maßnahme leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Mobilität.“

  • Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises: Die vergangenen Wochen mit sehr vielen Verkehrsproblemen haben die Notwendigkeit der Maßnahme noch einmal überdeutlich gemacht. Der Bau hat erhebliche positive Auswirkungen für die verkehrliche und wirtschaftliche Entwicklung des rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreises. Dazu bedeutet der Ausbau des Lärmschutzes eine wesentliche Verbesserung für die Anwohner der gesamten Strecke. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der Neubau einer eingleisigen Siegbrücke mit besonderer Schalldämmung.“

  • Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn: Der Ausbau der vollen Infrastruktur der S 13 bis Oberkassel ist aus Bonner Sicht unverzichtbar. Wohnen und arbeiten in der Nähe von attraktiven ÖPNV-Haltepunkten: das muss unser Weg sein, wenn es um nachhaltige Stadtentwicklung geht. Mit der neuen Strecke gelingt es, dieses Angebot auszubauen und überdies noch die Verbindung zwischen den Regionen Bonn und Köln zu verbessern.“

 

Pressekontakt:
Dirk Pohlmann
Sprecher Nordrhein-Westfalen
Deutsche Bahn AG
E-Mail: presse.d​@deutschebahn.com 
Tel.: +49 (0) 211 3680-2080

Holger Klein
Pressesprecher
Nahverkehr Rheinland GmbH
E-Mail: holger.klein@nvr.de  
Tel.: +49 (0) 221 2080 8 47