13.09.2016

Gemeinsam die Herausforderungen im Verkehrsraum lösen

Zweites Kommunalpolitisches Mobilitätsforum im Kölner Rathaus mit über 120 Interessierten


Köln, 13. September 2016. Unter dem Motto „Auf neuen Wegen zu gemeinsamen Zielen“ trafen sich nun rund 120 Kommunalpolitiker aus dem gesamten Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg im Kölner Rathaus. Ziel des zweiten kommunalpolitischen Forums war es, mit vereinten Kräften Strategien zu entwickeln, um den Verkehrsmix im Sinne aller Beteiligten besser zu vernetzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig: Die Mobilität ist im Umbruch. Die autoorientierte Verkehrs- und Stadtplanung der letzten Jahrzehnte stößt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Zukünftig werden die Kommunen Vorreiter sein, die in nahräumliche Strukturen investieren, die vernetzte und effiziente Mobilitätsangebote entwickeln und bewerben müssen. Denn auf welchen Wegen und mit welchen Verkehrsmitteln sich Menschen fortbewegen können, prägt nicht nur ihren individuellen Alltag, sondern auch die Lebensqualität und die Attraktivität der Kommune und wird mehr und mehr zum Standortfaktor.

Staatssekretär Michael von der Mühlen sagte: „Wenn wir wollen, dass Städte zu lebenswerten Orten werden und die Mobilität im ländlichen Raum auch in Zukunft gesichert ist, dann ist die regionale Kooperation und Vernetzung der Kommunen unverzichtbar. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg ist als Koordinierungsstelle des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ im Rheinland ein wichtiger Partner. Er steht den Kommunen zur Seite, wenn es darum geht, gute Angebote zu initiieren und zu verknüpfen, Mitarbeiter zu qualifizieren, Best-practice Beispiele zu transportieren und das kommunale Mobilitätsmanagement zu verankern.“

VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober ermutigte die Teilnehmer zum Austausch untereinander: „Der Verkehr macht nicht an der Stadtgrenze halt, daher wollen wir als Dienstleister die Kommunikation zwischen den Kommunen anregen: Es ist ausdrücklich erlaubt, voneinander zu lernen. Es bedarf eines kommunalen Planens und Handelns, das alle Verkehrsträger miteinbezieht – von Bus und Bahn über attraktive Fahrrad- und Fußwege und Carsharing bis zu Fahrgemeinschaften.“ Bei dieser Aufgabe unterstützt der VRS die Kommunen in der Region gemeinsam mit dem „Zukunftsnetz Mobilität NRW“, so Reinkober.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker betonte in ihrem Grußwort, dass die Gesellschaft im Bereich der Mobilität vor einer großen Herausforderung stehe: „Die Bevölkerungszahl wird stark ansteigen und damit auch die Anforderungen an Infrastruktur und Mobilität. Derzeit sind sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr von Stau geprägt - das muss sich ändern. Wir benötigen eine gemeinsame Strategie, die über Kommunalgrenzen hinausgeht und gemeinsame, bedarfsgerechte Konzepte.“

Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises und VRS-Verbandsvorsteher betonte ebenfalls die Notwendigkeit der regionalen Zusammenarbeit: „Eine zukunftsfähige Mobilität können wir nur alle gemeinsam entwickeln. Wir dürfen nicht kleinteilig denken, sondern über den Kirchturm hinwegschauen und überregionale Lösungen entwickeln.“

Für Bernd Kolvenbach, den Vorsitzenden der Zweckverbandsversammlung des VRS, steht fest: „Die Zeiten des sektoralen Planen und Handelns müssen überwunden werden.“ Wichtig sei dabei ein besseres Miteinander der einzelnen Verkehrsträger. Gerade der Fuß- und Radverkehr sowie die Carsharingsysteme seien wichtige strategische Partner für den ÖPNV. „Bei der Suche nach Alternativen zum einseitigen Autogebrauch können die Politiker durch die Nutzung der Beratungs- und Vernetzungsangebote des VRS Synergieeffekte nutzen und Parallelarbeiten vermeiden“, sagte Kolvenbach.

Die Teilnehmer nahmen den Ball der regionalen Zusammenarbeit auf und erarbeiteten in vier Workshops interkommunale Lösungsansätze, die über Stadt- und Gemeindegrenzen hinausgehen. Zudem formulierten sie den Wunsch nach weiteren Informationsveranstaltungen, so dass es auch im kommenden Jahr ein kommunalpolitisches Forum geben wird.  

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