12.12.2017

Knoten Köln: Deutsche Bahn setzt mit Jahresbeginn Ausbau- und Modernisierungsinitiative für die Infrastruktur fort

Investitionen von rund 36 Millionen Euro / Umfangreiche Gleis-, Weichen- und Oberleitungserneuerungen / Baumaßnahmen führen zu Beeinträchtigungen für die Reisenden im Nah- und Fernverkehr


Köln, 12. Dezember 2017. Die Deutsche Bahn startet mit umfangreichen Bauarbeiten rund um den Eisenbahnknoten Köln ins Jahr 2018. Damit setzt die Bahn ihr Investitionsprogramm für eine moderne Schieneninfrastruktur fort.

Neben Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen stehen auch Bauarbeiten für den Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Bonn an. „In dem hoch ausgelasteten Schienennetz im Knoten Köln versuchen wir mit jeder Baumaßnahme, die Quadratur des Kreises möglich zu machen“, so Ben Orta, Leiter Baufahrplan im Regionalbereich West. „Denn wir wollen trotz geringerer Kapazität durch die Baumaßnahmen den Eisenbahn-Verkehrsunternehmen so viele Trassen wie möglich zur Verfügung stellen. Gleichzeitig müssen wir aber auch dafür sorgen, dass der Baufahrplan stabil läuft.“

Die Erstellung des Fahrplans ist dabei Gemeinschaftsaufgabe, denn auf den Schienen sind nicht nur viele Eisenbahnverkehrsunternehmen im Regionalverkehr unterwegs, sondern auch der Fernverkehr und der Güterverkehr.

„Wir begrüßen es sehr, dass die DB weiterhin in die Modernisierung und Instandhaltung des Schienennetzes investiert. Gemeinsam mit DB Netz und den Eisenbahnverkehrsunternehmen arbeiten wir intensiv daran, die Kommunikation der Baumaßnahmen zu verbessern. Aufgrund der komplexen Baufahrpläne bitten wir unsere Fahrgäste, sich in den Online-Auskunftssystemen über die in den einzelnen Bauphasen geltenden Fahrpläne zu informieren“, so NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.

Die Maßnahmen im Detail
 
-> Erneuerung der Oberleitungen zwischen Brühl und Sechtem (ab 3. Januar 2018)
Zwischen Brühl und Bornheim-Sechtem wird auf einer Länge von 3,7 Kilometern die Oberleitungsanlage erneuert. Dazu sind zwischen dem 3. Januar 2018 und dem 26. März 2018 insgesamt vier Bauphasen mit Teil- bzw. Totalsperrungen notwendig:

  • 3. bis 15. Januar 2018: Während der zweiwöchigen Teilsperrung wird jeweils eine Woche eines der beiden Gleise zwischen Brühl und Bornheim-Sechtem gesperrt. Während dieser Zeit werden insgesamt 103 Mastfundamente für die neuen Oberleitungsmasten gegründet.

  • 3. bis 17. Februar 2018: Für die Montage der Stahlgittermasten und die Installation der Ausleger ist ebenfalls eine jeweils eingleisige Sperrung notwendig. Zwischen Altweiber und Rosenmontag werden die Arbeiten ausgesetzt, um das komplette Verkehrsangebot auf der Schiene anbieten zu können.

  • 24. Februar bis 10. März 2018: Eines der beiden Streckengleise zwischen Brühl und Sechtem wird gesperrt. Alle spannungsführenden Teile, also Fahrdraht, Leitungen und Konstruktionen werden auf dem Abschnitt vollständig ausgetauscht und an die neuen Maste gehangen. Anschließend wird die Anlage in Betrieb genommen. Außerdem werden alte Betonmasten zurück gebaut.

  • 17. bis 26. März 2018: Die gleichen Arbeiten wie im Zeitraum vom 24. Februar bis zum 10. März werden entlang des anderen Streckengleises durchgeführt.

  • An den Wochenenden 24. bis 26. Februar / 3. bis 5. März / 17. bis 19. März (jeweils Samstagmorgens bis Montagmorgens Betriebsbeginn) ist eine Vollsperrung notwendig.

Während der eingleisigen Streckensperrungen verkehrt die RE 5 in beiden Richtungen in abweichenden Fahrzeiten. In Fahrtrichtung Koblenz hält die RE 5 zusätzlich in Roisdorf und Bornheim-Sechtem. Die RB 26 verkehrt in beiden Fahrtrichtungen in abweichenden Fahrzeiten. In Remagen ist ein Umstieg erforderlich. Zwischen Remagen und Mainz verkehrt die RB 26 planmäßig. Die RB 48 fällt zwischen Köln Hbf und Bonn-Mehlem aus. Während der Totalsperrung enden die Züge der Linien RE 5 und RB 26 aus Richtung Süden in Roisdorf und aus Richtung Norden in Brühl. Sie werden durch Schienenersatzverkehr mit Bussen ersetzt.

Um wochentags die Kapazität während der Hauptverkehrszeit zu erhöhen, ist ein Zusatzzug ab Bonn Hbf um 06:15 Uhr nach Köln Hbf geplant. Der Fernverkehr wird zum Teil in beiden Fahrtrichtungen über Köln Messe/Deutz (tief) oder Bonn-Beuel umgeleitet.

Die Erneuerung der Oberleitung zwischen Brühl und Sechtem ist der erste von insgesamt vier Bauabschnitten zwischen Bonn Hbf und Hürth-Kalscheuren. Hier werden mittelfristig die Oberleitungsanlagen zwischen den Bahnhöfen vollständig erneuert. Aufgrund von Restarbeiten wird es im zweiten Halbjahr noch zu kurzzeitigen Einschränkungen kommen. In den folgenden Jahren werden dann die drei weiteren Bauabschnitte realisiert.

Das Investitionsvolumen für diesen ersten Bauabschnitt beträgt 9,7 Mio. Euro.
 
-> Gleiserneuerung Köln-Longerich – Köln Nippes (ab 22. Januar 2018)
Auf einer Länge von 4 Kilometern werden die Gleise der Güterzugstrecke zwischen Köln-Longerich und Köln-Nippes erneuert. Die Baumaßnahme hat keine Auswirkungen auf den Personenverkehr. Sie ist aber eine wichtige Umleitungsstrecke und hat damit eine Entlastungsfunktion für den Schienenverkehr im Knoten Köln. Die Modernisierung findet zwischen dem 22. Januar und dem 13. April 2018 mit 4-tägiger Unterbrechung im März statt. Insgesamt werden hier 9 Kilometer Schiene, 13.000 Gleisschwellen und 15 Tonnen Schotter ausgetauscht. Außerdem werden 10 Weichen erneuert. Das Investitionsvolumen beträgt 4,1 Mio. Euro. Die Baumaßnahmen werden im Herbst fortgesetzt. Hier kann es dann zu kleineren Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr kommen.

-> Ausbau der S 13 zwischen Troisdorf und Bonn (ab 21. Januar 2018)
Die Bauarbeiten für den Ausbau der S 13 zwischen Troisdorf und Bonn liegen im Plan und werden auch 2018 fortgesetzt. Dazu sind die folgenden Sperrpausen mit Auswirkungen auf die Reisenden notwendig:

  • 21. bis 27. Januar 2018: Nach Abschluss der ersten Teilsperrung auf der linksrheinischen Seite für die Oberleitungsarbeiten Brühl - Sechtem stehen rechtsrheinisch für den Ausbau der S 13 zwischen Friedrich-Wilhelmshütte und Bonn-Beuel die Arbeiten an der Oberleitung sowie Arbeiten an einer Brücke an. Auch Rodungsarbeiten und Kampfmittelsondierungen werden in dieser Zeit durchgeführt. Dafür sind eingleisige Sperrungen tagsüber vorgesehen. Am Sonntag, den 21. Januar, ist eine Totalsperrung zwischen Friedrich-Wilhelmshütte und Bonn-Beuel notwendig.

  • 18. bis 24. Februar 2018: Oberleitungs- und Brückenarbeiten sowie Rodungsarbeiten und Kampfmittelsondierungen finden auch in diesem Zeitraum statt. In der Zeit wird die Strecke eingleisig gesperrt. Am Sonntag, den 18. Februar, ist die Strecke voll gesperrt.

  • 10. bis 17. März 2018: Die Sperrpause für die Arbeiten an der Eisenbahnunterführung „Mendener Straße“ und Eisenbahnunterführung „Auf der Mirz“ startet mit einer Vollsperrung am Wochenende. Ebenso wird in Bonn-Beuel ein Kanal der Stadt Bonn neu unter der DB-Strecke verlegt. Mit Betriebsbeginn am Montagmorgen, den 12. März, ist die Strecke wieder eingleisig befahrbar.

  • 9. April bis 9. Juni 2018: Zwei Monate lang ist die Strecke zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel nur eingleisig befahrbar. Dazu kommen zwei- bis viertägige Totalsperrungen über die Wochenenden. Während dieser Zeit werden die bestehenden Gleise umfangreich erneuert, die Oberleitung erweitert, Weichen im Bahnhof Friedrich-Wilhelmshütte umgebaut, am Haltepunkt Menden der Bahnsteig erneuert und unter anderem auch die alte Straßenüberführung der B56 abgerissen.

Während der eingleisigen Sperrungen fällt die RE 8 zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel aus. Die RB 27 verkehrt in beiden Fahrtrichtungen in abweichenden Fahrzeiten. Reisende der RE 8 benutzen im Abschnitt Troisdorf – Bonn-Beuel bitte die RB 27. Während der zwei- bis viertägigen Totalsperrungen fallen die RE 8 und die RB 27 zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel bzw. zwischen Troisdorf und Unkel aus und werden durch Schienenersatzverkehr mit Bussen ersetzt. Bis Unkel werden in den Hauptverkehrszeiten zusätzlich Schnellbusse ab Troisdorf mit Halt in Bonn-Beuel eingesetzt.

In der zweiten Jahreshälfte sind nur noch zwei kurze Wochenendsperrungen geplant. Das Investitionsvolumen für die Baumaßnahmen im ersten Halbjahr 2018 beträgt rund 12 Mio. Euro.
 
-> Gleiserneuerung zwischen Köln Mülheim und Düsseldorf HBF (ab 9. April 2018)
Zwischen Köln Mülheim und Düsseldorf Hbf werden die Gleise der Fernbahn erneuert. Dazu müssen die Gleise, auf denen der Regionalexpress und der Fernverkehr unterwegs sind, gesperrt werden. Auf einer Länge von insgesamt 21 Kilometern werden 42 Kilometer Schiene, 35.000 Schwellen und 30.000 Tonnen Schotter ausgetauscht.

Im ersten Bauabschnitt vom 9. bis 25. April wird zunächst der Streckenabschnitt zwischen Düsseldorf Hbf und Düsseldorf Reisholz erneuert. Zwischen dem 25. April und dem 21. Mai stehen dann die Fernbahngleise zwischen dem Abzweig Berg (Düsseldorf) und Köln Mülheim zur Modernisierung an.

Das Investitionsvolumen beträgt 11,3 Mio. Euro.

Für die Züge des Regional- und Fernverkehr wird es zu Haltausfällen und/oder Umleitungen sowie Fahrplanveränderungen kommen. Das detaillierte Fahrplankonzept wird derzeit erarbeitet.

 

Die Fahrplanänderungen sind in den Online-Auskunftssystemen enthalten und werden über Aushänge bekannt gegeben. Außerdem sind sie unter bauinfos.deutschebahn.com/nrw  und über die App „DB Bauarbeiten“ abrufbar. Dort kann auch ein Newsletter für einzelne Linien der DB abonniert werden.

Weitere Informationen gibt es bei der Kundenhotline von DB Regio NRW unter 0180 6 464 006 (20 ct/Anruf a. d. Festnetz, Mobil max. 60 ct/Anruf) und dem kostenfreien BahnBau-Telefon unter 0800 5 99 66 55.

Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht zu vermeiden. Die Deutsche Bahn wird den Baulärm auf das unbedingt notwendige Maß beschränken und bittet die Anwohner um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten.

 

Bildnachweis: Baustelle mit Gleisbaumaschinen (Copyright: Deutsche Bahn AG / Kai Michael Neuhold)

 

Pressekontakt:

Kirsten Verbeek
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