21.11.2012

Qualität des RE 9 soll sich kurzfristig verbessern

NVR-Hauptausschuss kritisiert Situation auf der Siegstrecke und fordert zusätzliche Leistungen - Verringerung der Kapazität dreier Verstärkerzüge wird verhindert


Köln, 21. November 2012. Die derzeit unzureichende Qualität der Regional-Express-Linie (RE 9) zwischen Aachen, Köln und Siegen muss sich kurzfristig verbessern. Dies forderten alle vier Fraktionen in einem gemeinsamen Antrag im heutigen Hauptausschuss der NVR-Zweckverbandsversammlung. Die Situation auf dem gesamten Streckenabschnitt der RE 9 sei aktuell völlig unbefriedigend. Ausfälle, Verspätungen und Kapazitätsengpässe seien an der Tagesordnung. Da in den kommenden Wochen aufgrund der Witterungslage mit einem noch höheren Fahrgastaufkommen zu rechnen sei und es mit dem Wegfall der Doppelstockzüge zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember zu einer weiteren Verringerung der Sitzplatzkapazität kommen werde, müsse schnellstens gehandelt werden, forderten die Vertreter von CDU, SPD, Grüne und FDP in ihrem Antrag.

Land soll Finanzierung zusätzlicher Leistungen langfristig sicherstellen
Eine kurzfristige Maßnahme ist die Beibehaltung des Sitzplatzangebots bei drei Zügen in der Hauptverkehrszeit, bei denen laut Ausschreibungsvorgaben zum Fahrplanwechsel eine Kapazitätsreduzierung geplant war. Dies wird möglich durch die zusätzliche Bereitstellung eines Nahverkehrszuges mit fünf Wagen und 440 Sitzplätzen in das RSX-Programm. Somit werden die drei Verstärker-Züge, die sich bei einer kurzfristig anberaumten Fahrgastzählung Anfang November als besonders stark frequentiert herausgestellt haben, in ihrer Kapazität gegenüber dem in der Ausschreibung vorgesehenen Angebot deutlich verbessert.

Es handelt sich um folgende Züge:

  • RE von Siegen (6.17 Uhr) nach Köln (8.02 Uhr) mit einer Kapazitätserhöhung auf 440 (+47 Prozent) statt ursprünglich geplanten 300 Sitzplätzen 
  • RE von Köln (15.59 Uhr) nach Au/Sieg (17 Uhr) mit einer Kapazitätserhöhung auf 440 (+24 Prozent) statt ursprünglich geplanten 356 Sitzplätzen 
  • RE von Aachen (8.18 Uhr) über Köln (9.12 Uhr) nach Siegen (10.50 Uhr) mit einer Kapazitätserhöhung auf 420 bis 550 Sitzplätzen (+69 bis 100 Prozent) statt ursprünglich geplanten 249 Sitzplätzen


"Durch diese Maßnahme wird eine weitere Verschlechterung der Bedienqualität verhindert. Das reicht aber bei weitem nicht aus, wir wollen eine dauerhafte Lösung der Kapazitätsprobleme auf der RE 9. Daher erwarten wir von der DB Regio GmbH, dass sie im Laufe des kommenden Jahres wieder ausreichend Doppelstockwagen auf die Strecke bringt", so NVR-Zweckverbandsvorsitzender Karsten Möring. Der Fahrgastzuwachs auf der Linie RE 9 habe jede Prognose getoppt, "daher fordern alle Fraktionen des NVR-Zweckverbandes das Land NRW auf, die Finanzierung der erforderlichen zusätzlichen Leistungen langfristig über das ÖPNV-Gesetz abzusichern", so Karsten Möring weiter.

NVR führt im Dezember aufwendige Fahrgastzählung durch
Die NVR-Geschäftsführung erläuterte, dass die Kombination von zusätzlichen Doppelstockwagen und der Ausweitung der S-Bahnfahrten zwischen Eitorf und Köln eine denkbare Möglichkeit zur Entlastung der RE 9 sei. Bisher fährt die Mehrzahl der S-Bahnen nur bis bzw. von Hennef. Voraussetzung dafür sei allerdings die Verfügbarkeit zusätzlicher Züge sowie die Sicherstellung einer langfristigen Finanzierbarkeit. Um den Bedarf genau festzustellen, wird der NVR unmittelbar nach dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember eine aufwendige Mehrfachzählung aller Züge in der Hauptverkehrszeit vornehmen. Nach der Auswertung der Ergebnisse wird dann zusammen mit der DB Regio ein endgültiges Maßnahmenpaket zum Abbau der Kapazitätsengpässe erarbeitet. Angestrebt wird die Umsetzung einer dauerhaften Lösung bereits zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2013.

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