11.04.2014

RRX-Interimsvergabe geht an DB Regio NRW

Verkehrliche Verbesserungen greifen ab 2016 – RE 6a entlastet die hochfrequentierte Strecke zwischen Köln und Düsseldorf bereits ab Dezember 2015


Köln, 11. April 2014. Der Zweckverband Nahverkehr-Rheinland (NVR), der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sowie die beteiligten Aufgabenträger aus den angrenzenden Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen haben beschlossen, die Betriebsleistungen der künftigen RRX-Linien RE1, RE5, RE6 und RE11 sowie die Linien RE 4 und RB 33 vom Fahrplanwechsel im Dezember 2016 bis zur sukzessiven Inbetriebnahme der neuen RRX-Fahrzeuge ab Dezember 2018, von der DB Regio NRW erbringen zu lassen. Entscheidungsgrundlage ist ein vorangegangenes europaweites Wettbewerbsverfahren, wobei eine zehntägige Einspruchsfrist bis zur endgültigen Zuschlagserteilung eingehalten werden muss.

Bis zur gestaffelten Inbetriebnahme der RRX-Fahrzeuge ab Dezember 2018 ist ein mehrjähriger, vertragsloser Zeitraum zu überbrücken, weil die Verkehrsverträge der betroffenen RE-Linien bereits im Jahr 2016 auslaufen. Im Rahmen einer sogenannten Interimsvergabe sichern der NVR und die anderen Aufgabenträger den Betrieb der RE-Linien ab dem Fahrplanwechsel 2016 bis zur Auslieferung der ersten Züge mit der Entscheidung ab. Jede der Linien wurde in einem Los vergeben. Vor dem Hintergrund einer gestaffelten Betriebsaufnahme des RRX-Vorlaufbetriebes ab 2018 besteht die Möglichkeit, die einzelnen Linien in einem Zeitraum von Dezember 2018 bis Dezember 2022 variabel abzubestellen.

RE 6a sorgt ab Ende 2015 für Entlastung zwischen Köln und Düsseldorf
Die Linien werden dabei unterschiedlich lange Vertragslaufzeiten haben, um eine zukünftige Betriebsaufnahme mit den neuen RRX-Fahrzeugen und deren Produktionszeiten zu harmonisieren. NVR-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag erklärt: „Für die Fahrgäste bringt dies bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 deutliche Verbesserungen mit sich, denn wir werden das Fahrplanangebot bereits zu diesem frühen Zeitpunkt deutlich ausweiten und verbessern." Sogar ein Jahr früher greifen die Verbesserungen für Pendler zwischen Köln und Düsseldorf, denn bereits ab Dezember 2015 wird die so genannten Linie RE 6a realisiert. Die stark frequentierte Strecke zwischen den beiden Städten wird dann durch einen stündlichen Pendelverkehr auf dem Streckenabschnitt zwischen Köln und Düsseldorf über Dormagen entlastet und ab Dezember 2016 in den Regelbetrieb der Linie RE6 integriert. Durch diese Linie erhält die Landeshauptstadt Düsseldorf auch erstmals eine direkte Anbindung an den Flughafen Köln-Bonn.

Darüber hinaus werden ab Ende 2016 weitere Verbesserungen erreicht: So gibt es dann beispielsweise zwischen Dortmund und Düsseldorf drei statt nur zwei stündliche Verbindungen, auf der Strecke zwischen Duisburg und Essen fünf statt derzeit vier Fahrten pro Stunde und auf der Strecke zwischen Düsseldorf– Köln verkehren drei statt bislang zwei Züge in der Stunde. Die betrieblichen Anpassungen sorgen somit auch bereits vor Abschluss des Infrastrukturausbaus für eine deutliche Entlastung des Rhein-Ruhr-Korridors.
Die qualitativen Anforderungen der Fahrzeuge, die im Rahmen des RRX-Vorlaufbetriebes eingesetzt werden, entsprechen mindestens dem Status Quo, auf einigen Linien konnten sogar Verbesserungen umgesetzt werden. Mindestanforderungen an die Fahrzeuge sind u. a. Klimatisierung, Toiletten (davon mindestens eine behindertenfreundlich gem. TSI PRM), Rollstuhl- und Fahrradabstellplätze sowie ein ausreichende Anzahl an Türen für einen zügigen Fahrgastwechsel. Die geforderten Mindestsitzplatzkapazitäten entsprechen in allen Losen ebenfalls dem Status Quo. Die sog. HVZ-Verstärkerzüge werden dann auch nicht mehr mit alten einstöckigen Reisezugwagen verkehren, sondern mit demselben aktuellen Fahrzeugmaterial wie oben genannt. Teilweise werden auf den Linien auch neue Lokomotiven zum Einsatz kommen; dies steigert die Betriebsqualität bzw. Pünktlichkeit.
Für den eigentlichen RRX-Betrieb ab 2018 sind dann Neufahrzeuge vorgesehen.

Zum Hintergrund: Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen des RRX sollen die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, um den stark belasteten Rhein-Ruhr-Korridor zwischen Dortmund und Köln mit zusätzlichen SPNV-Verkehren zu stärken und den Fahrgästen deutlich hochwertigere Nahverkehrsleistungen bieten zu können. Mit dem Rhein-Ruhr-Express (RRX) haben Landesregierung mit den beteiligten Aufgabenträgern NVR, VRR und NWL das zentrale Projekt für die NRW-Schieneninfrastruktur in Gang gebracht. Sechs Linien werden die Metropolen Nordrhein-Westfalens in kurzen Taktabständen miteinander verbinden. Auf der Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund wird alle 15 Minuten ein RRX für die Fahrgäste verkehren. Weitere Verbindungen reichen im Süden über Bonn bis nach Koblenz, im Westen nach Aachen und Emmerich, im Norden nach Münster und im Osten über Hamm nach Minden sowie über Paderborn bis nach Kassel. Schon vor Fertigstellung der Infrastruktur werden die heutigen Regionalexpress-Linien RE 1, RE 5, RE 6 und RE 11 in einen Vorlaufbetrieb zum zukünftigen Rhein-Ruhr-Express aufgehen. Nach heutigem Stand der Planungen werden die neuen Züge des RRX ab 2018 unterwegs sein. Für das endgültige und leistungsfähige RRX-System sind jedoch neben den neuen Fahrzeugen zusätzlich Ausbauten der Schieneninfrastruktur erforderlich.

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