25.08.2018

Verlängerung der Stadtbahnlinie 3

Neue Stadtbahnhaltestelle „Görlinger-Zentrum“


Köln, 25. August 2018. Die Bauarbeiten zur Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 bis in den Ortsteil Mengenich sind weitgehend abgeschlossen. Von der bisherigen Endhaltestelle „Ollenhauerring“ fahren die Bahnen künftig weiter entlang der Militärringstraße und biegen hinter dem Schulgebäude in Richtung Schumacherring ab. Die neue Endhaltestelle dort heißt „Görlinger-Zentrum“.

Am heutigen Samstag, 25. August 2018, wurde die neue Haltestelle mit Enthüllung des neuen Haltestellenschildes durch die Beigeordnete für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur, Andrea Blome, und den Vorstandsvorsitzenden der Kölner Verkehrs-Betriebe, Jürgen Fenske, symbolisch in Betrieb genommen. Der Regelbetrieb der Linie 3 auf der verlängerten Strecke startet am Montag, 27. August 2018.

Vorgeschichte – Langwieriger Entscheidungsprozess
Die Planung in den 1960er Jahren sah eine Stadtbahnlinie entlang des Ollenhauerrings vor. Dieser Bereich wurde im Bebauungsplan für eine künftige Realisierung freigehalten. In den 90er Jahren wurde diese Variante nach Widerstand von Seiten der Bürgerschaft und der Politik verworfen und eine Trassenführung parallel zur Militärringstraße mit einer unterirdischen Endhaltestelle im Görlinger-Zentrum geplant. Baurecht für diese Variante wurde durch ein Planfeststellungsverfahren im Jahr 1995 hergestellt. Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich dann allerdings gegen eine unterirdische Lösung zur Anbindung des Görlinger-Zentrums ausgesprochen und die Stadt um Neuplanungen gebeten.

Die Stadt hat daraufhin in den Jahren 1995 und 1996 oberirdische Varianten untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass sowohl die unterirdische Anbindung als auch eine oberirdische Variante mit einer Endhaltestelle in Höhe des Schumacherrings den bestmöglichen Nutzen bringen. Die beiden Varianten verlaufen bis in Höhe Ollenhauerring auf identischer Trasse.

Da kurzfristig auf den verschiedensten Entscheidungsebenen nicht geklärt werden konnte, ob eine unterirdische Lösung trotz der unbestritten hohen Kosten möglich ist, wurde in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln entschieden, eine erste Baustufe zu realisieren: Diese verlief von der damaligen Endhaltestelle Bocklemünd bis zum Ollenhauerring. Die Wendeanlage der Stadtbahn wurde – dem geplanten Trassenverlauf folgend – bereits nördlich des Ollenhauerrings angelegt. Diese Strecke wurde 2002 in Betrieb genommen.

Die Fortsetzung der Planungen für eine unterirdische Weiterführung der Stadtbahn machten die hohen Kosten für dieses Projekt deutlich. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ließ eine Bezuschussung des Vorhabens nicht zu. Der Rat der Stadt Köln beauftragte daraufhin im Jahr 2006 die Verwaltung, mehrere Varianten für eine oberirdische Weiterführung von der jetzigen Endhaltestelle Mengenich Ollenhauerring bis zum Görlinger-Zentrum zu planen. Dabei sollten Varianten mit Anbindungen beziehungsweise Endhaltestellen im Bereich Tollerstraße, Schumacherring und Buschweg untersucht werden.

Alle untersuchten Varianten wiesen sowohl Vor- als auch Nachteile auf, so dass keine Variante uneingeschränkt zu bevorzugen war. Aus diesem Grund hat die Verwaltung eine intensive Bürgerbeteiligung durchgeführt, um die Anwohner und späteren Nutzer in die Diskussion einzubinden.

Nach einer ausführlichen Analyse des Bürgervotums ging die Variante „Schumacherring – Schule“ mit rund 29,5 Prozent der Stimmen als erstplatzierte Lösung hervor. Bei dieser Variante im Radius von 300 Metern zur Haltestelle werden rund 2.100 Einwohner erreicht. Im Radius von 600 Metern erhöht sich das Einzugsgebiet auf rund 5.800 Einwohner.

Der Rat hat die Verwaltung im September 2009 mit der weiteren Planung sowie der Beantragung der Genehmigungen und der Fördergelder beauftragt. Nachdem der Planfeststellungsbeschluss im Dezember 2015 rechtskräftig war, begann die Stadt Anfang 2016 mit den Baumfällungen, um die nötige Baufreiheit im Bereich der Stadtbahntrasse zu erlangen. In 2016 hat die Rheinenergie AG an einigen Stellen Arbeiten an vorhandenen und an neu verlegten Wasserleitungen vorgenommen. Aufgrund von notwendig gewordenen Umplanungen konnten nach europaweiter Ausschreibung in 2017 im Herbst desselben Jahres die Aufträge vergeben werden. Im Februar 2018 wurde mit den Hauptarbeiten begonnen.

Streckenführung für die neue Linie 3
Die Weiterführung der Strecke erfolgt ab der bestehenden Haltestelle Ollenhauerring zuerst in nördlicher Richtung parallel zur Militärringstraße. Die Trasse schwenkt nach etwa 350 Metern in einem Bogen nach Westen ab. Die Endhaltestelle Görlinger-Zentrum befindet sich in Höhe des Schumacherrings 49 zwischen dem Gebäude der Grundschule und der angrenzenden Wohnbebauung.

Autoverkehr beim Bau kaum betroffen
Der Bau der Verlängerung und der Endhaltestelle erforderte nur geringe Anpassungen am Knotenpunkt Militärringstraße/Ollenhauerring sowie im Bereich des Wendehammers Schumacherring. Das Vorhaben konnte ohne nennenswerte Einschränkung des Individualverkehrs durchgeführt werden. Die Baustellenzufahrten erfolgten von der Militärringstraße und vom Ollenhauerring aus.

Bahnsteige barrierefrei erreichbar
Durch eine Absenkung der Gleise im Bereich der Endhaltestelle wurde ein ebenerdiger Einstieg auf Gehwegniveau möglich. Die neue Endhaltestelle erhielt für einen barrierefreien Einstieg einen 90 Zentimeter hohen Bahnsteig. Beide Seiten wurden mit Leiteinrichtungen für Sehbehinderte nach aktuellem Standard ausgestattet. Details zur Ausführung wurden vor Baubeginn mit den zuständigen Verbänden abgestimmt. Das neue Fahrgastinformationssystem verfügt zusätzlich über eine akustische Ansage.

Straßenflächen, Geh- und Radweg
Ein Umbau des Knotenpunkts Militärringstraße/Ollenhauerring/Hugo-Eckener Straße war durch die Verlängerung der Stadtbahnlinie nicht erforderlich. In diesem Bereich wird lediglich die vorhandene Gleisquerung für Fußgänger an die neue Stadtbahntrasse angepasst. Diese wird in den nächsten Wochen fertig gestellt werden. Auch an der künftigen Endhaltestelle blieb der Wendehammer an der Schule (Görlinger-Zentrum/Schumacherring) unverändert.

Entlang der Militärringstraße verlaufen derzeit zwei Geh- und Radwege. Einer der beiden Wege wird zurückgebaut, jedoch nicht bepflanzt, da er für die Holzwirtschaft erhalten und befahrbar bleiben muss. Der zweite Geh- und Radweg wird auf einer Länge von etwa 300 Metern angepasst. Das heißt, zwischen dem kombinierten Geh- und Radweg sowie dem Gleisbereich ist auf der gesamten Länge ein Geländer vorgesehen. Im Bereich des Gleisbogens wird ein Z-Überweg angeordnet, der mit einer „Rot-Dunkel-Schaltung“ gesichert wird. Die Fertigstellung dieser Geh- und Radwege wird voraussichtlich in den kommenden vier Wochen erfolgen.

Ausgleichspflanzungen
Durch den Ausbau der Stadtbahnstrecke werden Vegetations- und Bodenflächen in einer Größe von etwa 5.000 Quadratmetern versiegelt. Dabei handelt es sich überwiegend um Laubwald und  Gehölze entlang der Straße als Teil des Kölner Grüngürtels, der hier im Randbereich des Landschaftsschutzgebietes „Äußerer Grüngürtel Nüssenberger Busch bis Müngersdorf“ liegt. Die mit dem Bauvorhaben verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft werden durch Ausgleichspflanzungen in unmittelbarer Nähe (entlang der Stadtbahnlinie) und abseits der Trasse kompensiert.

Schallschutzmaßnahmen erforderlich
Für das Vorhaben wurde eine erschütterungs- und schalltechnische Untersuchung erstellt. Diese kam zu dem Ergebnis, dass die Grenzwerte nicht für alle Gebäude eingehalten werden konnten. Die Wohnhäuser Schumacherring 21-35 sowie 37-41 liegen direkt an der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie. Damit die Nachtgrenzwerte an den der Trasse zugewandten Gebäudefronten eingehalten werden, erfolgten für die dort liegenden Schlafzimmer bauliche Schallschutzmaßnahmen.

Die nächtlichen Überschreitungen sind bei der Grundschule Görlinger-Zentrum nicht weiter relevant, da keine Schlafräume betroffen sind. Zudem wurde die Grundschule während der Bauphase ausgelagert und wird erst nach einer Sanierung von Schulgebäuden wieder dort einziehen.

Bauzeit und Finanzierung
Für die Realisierung des Projekts wurde mit einer Bauzeit von rund 20 Monaten gerechnet. Die geplante Fertigstellung war für September 2018 vorgesehen. Die Bauzeit für die Hauptmaßnahme konnte damit eingehalten werden. Die voraussichtlichen Gesamtkosten wurden mit rund 12 Millionen Euro veranschlagt. Der „Zweckverband Nahverkehr Rheinland“ wird das Vorhaben nach den Vorschriften des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr Nordrhein-Westfalen mit einem Fördersatz von 90 Prozent fördern. Die Höhe der Zuwendung beträgt (ausgehend von rund 8,9 Millionen Euro zuwendungsfähiger Kosten) rund acht Millionen Euro.

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