03.12.2018

VRS lässt Wege zur Kapazitätssteigerung untersuchen

Beauftragte Verkehrsforscher haben Arbeit aufgenommen – Ergebnisse für Frühjahr 2019 erwartet


Köln, 03. Dezember 2018. Wie lassen sich im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) kurz- und mittelfristig Kapazitätssteigerungen realisieren? Dieser Fragestellung geht derzeit das Ingenieurbüro für Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung (WVI GmbH) mit Sitz in Braunschweig im Auftrag der VRS GmbH nach. Die Mitglieder der VRS-Verbandsversammlung hatten die Geschäftsführung der VRS GmbH mit der Erstellung einer solchen Untersuchung beauftragt. Untersucht wird, welche zusätzlichen Kapazitäten bis ca. 2024 notwendig sind, um Fahrgaststeigerungen von 30% zu bewältigen und welche Maßnahmen notwendig sind, um diese zusätzlichen Kapazitäten zu schaffen. Außerdem soll die Höhe der notwenigen Finanzmittel untersucht werden. Anlass des fraktionsübergreifenden Antrags waren die Diskussion um kostenlosen ÖPNV sowie drohende Dieselfahrverbote.

Kooperation mit der Universität Kassel
Das beauftragte Unternehmen hat seine Arbeit aufgenommen und gab in der VRS-Verbandsversammlung am vergangenen Freitag einen Zwischenbericht. Die Braunschweiger Verkehrsexperten arbeiten für die Untersuchung möglicher Fahrgaststeigerungen im VRS-Raum eng mit dem Institut für Verkehrswesen der Universität Kassel zusammen. Die Forscher betrachten für ihre Untersuchung 83 Referenzlinien. Dabei werden alle 24 regionalen SPNV-Linien, alle 19 Stadtbahnlinien in Köln und Bonn sowie diverse Bus- und Schnellbuslinien unter die Lupe genommen. Bei der Auswahl der Linien beschränken sich die Verkehrsexperten auf die besonders kritischen Engpässe. Diese sind, so die Vermutung der Forscher, insbesondere auf der Schiene zu finden. Detailliertere Nachfolgeuntersuchungen, wie etwa eine nähere Betrachtung des Busverkehres im ländlichen Raum, sind im Nachgang mit dem erarbeiteten Untersuchungskonzept möglich.

Zwei Ansätze für den Weg zum Ziel
Die Experten verfolgen zwei verschiedene Ansätze. Der eine widmet sich vor allem der Identifizierung überlasteter Linien im Bestandsnetz, für die eine Auslastungsprognose für den Status-quo vorgenommen wird. In Abstimmung mit dem VRS und den angeschlossenen Verkehrsunternehmen werden für die überlasteten Linien kurzfristig umsetzbare Entlastungsmaßnahmen entwickelt. Hierzu gehören z.B. der Einsatz größerer Fahrzeuge und die Einrichtung von Bus-Parallelverkehren zur Schiene. Der zweite Ansatz untersucht pendlerstarke Verbindungen, für die der ÖPNV aufgrund langer Fahrtzeiten oder ungünstigen Umsteigeverbindungen keine wirkliche Alternative zum Auto darstellt. Auf solchen Verbindungen könnten Schnellbusangebote zusätzliche attraktive Direktverbindungen schaffen und damit neue Kunden ansprechen und die bisherigen Verkehrsangebote entlasten.

„Sind sehr gespannt auf die Vorschläge“
Die Ergebnisse der Studie werden für das Frühjahr 2019 erwartet. VRS-Geschäftsführer Michael Vogel betont: „Wir freuen uns über den fraktionsübergreifenden Auftrag aus der Politik. 30% Fahrgaststeigerung sind eine große Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Der ÖPNV kann einen Beitrag zu Luftreinhaltung und Mobilitätswende leisten. Wir sind sehr gespannt, welche Vorschläge die Verkehrsforscher uns und den Verkehrsunternehmen machen werden.“

Pressekontakt:
Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
Jessica Buhl
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Glockengasse 37-39
50667 Köln
Tel.: 0221/ 20808-57
Fax: 0221/ 20808-857
E-Mail: jessica.buhl@vrsinfo.de